Sommerferien 2012 an der Ostsee auf der Insel Usedom

Ferienangebot für Kinder zwischen 9 und 13 Jahren

Auch im Sommer 2012 gibt es die Möglichkeit zu einer Fahrt mit unserem Jugendverband. Diesmal ist wieder das bewährte "Hotel am Meer" in Karlshagen unser Ziel auf der Insel Usedom unmittelbar am Ostseestrand.

Wir möchten Ihr Kind zu dieser Ferienfahrt vom 30. Juni bis 7. Juli 2012 herzlich einladen. Weitere Infos finden Sie auf der Website des Naturschutzturm Berliner Nordrand.

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50 Jahre Mauerbau – Filmbeitrag zum Naturschutzturm

Am 12. August 1961 wurde eine Mauer durch Berlin gezogen. 50 Jahre später ist die Mauer weg, die Erinnerung an die Ungerechtigkeit bleibt.

Als sich das Ende der DDR nach dem Mauerfall abzeichnete, hatte die Lehrerin Helga Garduhn eine Idee: Ohne DDR sind auch die Grenztürme an der innerdeutsche Grenze nutzlos. Also kauft sie der DDR einen Grenzturm für eine D-Mark ab und macht daraus einen Naturschutzturm. Und tatsächlich: die Natur holt sich den verödeten Grenzstreifen zurück.

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Atemberaubend

Weil es so beeindruckend emotional die Sache auf den Punkt bringt:

Ein Projekt der Filmakademie Baden-Württemberg.

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Ferienfahrt 2011 auf die Insel Usedom

Mit der Waldjugend in die Sommerferien nach Karlshagen an der Ostsee

Auch im Sommer 2011 gibt es die Möglichkeit zu einer Fahrt mit unserem Jugendverband. Diesmal ist wieder das bewährte "Hotel am Meer" in Karlshagen unser Ziel auf der Insel Usedom unmittelbar am Ostseestrand.

Wir möchten Ihr Kind zu dieser Ferienfahrt vom 3. bis 10. Juli 2011 herzlich einladen. Natürlich können auch Freundinnen und Freunde Ihrer Kinder mitkommen. Die Fahrt ist für Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren vorgesehen (nach Absprache können auch wieder ältere Kinder mitfahren).

Karlshagen befindet sich im Norden der Insel Usedom. Das „Hotel am Meer“ liegt unmittelbar am Ostseestrand, direkt an der Strandpromenade zur Pommerschen Bucht. Der breite Ostseestrand ist flach ins Meer abfallend. Das Haus bietet Platz für mehrere Jugendgruppen und Schulklassen. Alle Zimmer sind modern mit Dusche und WC ausgestattet.

Der Fahrtenbeitrag beträgt 275,00 Euro, alles inklusive / Bahnfahrt (265,00 Euro für DWJ-Mitglieder). In diesem Beitrag sind unter anderem die Kosten für Unterkunft (Unterbringung in Vier- bis Sechsbettzimmern mit Dusche und WC), Verpflegung, Betreuung, Hin– und Rückfahrt mit der Bahn ab Berlin, Ausflüge und Eintrittsgelder enthalten.

Unternehmungen (je nach Wetterlage)

  • Freizeit am Ostseestrand (eine Minute Fußweg zum Sandstrand).
  • Fahrten mit der Usedomer Bäderbahn zu verschiedenen Ostseebädern wie Heringsdorf und Ahlbeck und auch auf den polnischen Teil der Insel mit seinem Hafen und Märkten (bitte Ausweis mitnehmen).
  • Fahrt nach Peenemünde ins historisch-technische Informationszentrum und zur Phaenomenta (200 physikalische Experimente).
  • Von Baum zu Baum im Kletterwald bei Ückeritz.
  • Fahrradtour auf der Insel.

Info und Anmeldung

Sie können Ihr Kind jetzt telefonisch oder schriftlich vormerken lassen oder gleich anmelden. Wir schicken Ihnen dann die Fahrtenunterlagen zu. Dann gilt: Anzahlung von 25,00 Euro innerhalb von 10 Tagen nach verbindlicher Anmeldung auf unser Konto, Bezahlung des Restbetrages bis zum 01.06.2011. Weitere Informationen zur Sommerferienfahrt und Anmeldung bei:

Deutsche Waldjugend (DWJ)
der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.
z.H. Marian Przybilla
Fasanenallee 79
16562 Hohen Neuendorf / Bergfelde
Telefon (03303) 50 98 44

Unser Jugendnaturschutzverband bietet schon lange Fahrten und andere Angebote für Kinder und Jugendliche an. Er ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und gemeinnützig tätig. – Wir informieren Sie gerne über uns und unsere Arbeit.

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Vom Grenzturm zum Naturschutzturm

20 Jahre Biologie und Geschichte zum Anfassen

Vor ziemlich genau zwanzig Jahren haben sich zwei Jugendgruppen, die sich in ihrer Freizeit für den Naturschutz einsetzen, gesucht und gefunden. Die Ökokekis wirkten in Hohen Neuendorf, jenseits der Grenze in der damaligen DDR. Die Brummbären-Horte der Deutschen Waldjugend hatte im Frohnauer Forst im Norden von West-Berlin ihr Domizil. Wenige Monate nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze gründete sich auf Initiative von Helga Garduhn und Marian Przybilla der Verein Deutsche Waldjugend – Naturschutzturm Berliner Nordrand e.V. Im Mittelpunkt stand und steht eine ehemalige Führungsstelle der DDR-Grenztruppen. In den ersten Jahren stand die Wiederaufforstung des Grenzstreifens an erster Stelle. Im Laufe der Jahre wurden mehr als 80.000 Bäume gepflanzt.

Heute bietet der Naturschutzturm eine Vielzahl von Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene. Die auf der Freifläche um den Turm angelegten Biotope sind beispielhaft für die märkische Landschaft und sie bieten eine Vielfalt von Möglichkeiten, Biologie und Natur zum Anfassen zu erleben. Viele Schulen der Umgebung nutzen das "Klassenzimmer im Grünen" für biologische oder geschichtliche Projekttage. Regelmäßig werden kleine Wanderungen und Führungen in das Landschaftsschutzgebiet Treugraben, zum Harthamoor, in die Heide oder zum Hubertussee angeboten. Das Areal ist Treffpunkt der Deutschen Waldjugend sowie einer Gruppe junger Imker. In Absprache mit der Forstverwaltung aus Berlin und Brandenburg betreuen die Waldläufer auch die nähere Umgebung um das Gelände. Im Wald werden einfache Pflegearbeiten durchgeführt, Schutzabsperrungen gebaut oder repariert. – Frisch vermählte Paare können einen Hochzeitsbaum pflanzen.

Im November letzten Jahres wurde der in den 1980er Jahren errichtete Grenzturm mit Bunker in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen. Er ist einer der vier an ihrem Originalstandort verbliebenen DDR-Grenztürme, von denen einst 302 West-Berlin umgaben. Drei Gedenkstelen im Rahmen des Berliner Mauerweges informieren über die Geschichte der einstigen Führungsstelle Bergfelde.

Erinnerung an die deutsche Teilung

Im früheren Grenzstreifen sind die Zeugnisse der deutschen Teilung auch heute noch allgegenwärtig. Oft versuchen die Waldläufer sich vorzustellen, wie es wohl war, hinter der Mauer zu leben. Wären sie auch auf die Idee gekommen zu flüchten? Im Rahmen des Jugendprojektes Zeitensprünge erforschten sie im Jahr 2006 die näheren Umstände der Flucht von Marienetta Jirkowsky und ihren beiden Freunden Peter Wiesner und Falko Vogt. Für die damals 18-Jährige endete der Fluchtversuch am 22. November 1980 in der Hohen Neuendorfer Florastraße tödlich. In Zeitungsarchiven und in den Akten zum Mauerschützenprozess wurden die Jugendlichen fündig. Sie sprachen auch mit Zeitzeugen und mit Falko Vogt.

Ende 2006 wurde in der Nähe des damaligen Fluchtortes, nur wenige hundert Meter vom ehemaligen Grenzturm Bergfelde entfernt, eine zusätzliche Gedenkstele für Marienetta Jirkowsky errichtet. Die Umsetzung erfolgte auf Initiative der Waldjugend im Rahmen des Berliner Mauerwegs. An das Schicksal der jungen Frau erinnert heute außerdem eine Erle, die zu ihrem 25. Todestag am 22. November 2005 am Naturschutzturm gepflanzt wurde.

Im Grenzabschnitt um den früheren Grenzturm sind in den Jahren 1964 bis 1971 drei weitere junge Menschen bei Fluchtversuchen getötet worden. Sie waren alle 19 Jahre alt: Joachim Mehr wurde erschossen, Willi Born tötete sich bei Entdeckung seiner Flucht selbst, Rolf-Dieter Kabelitz wurde durch Schüsse schwer verletzt und starb drei Wochen später im Krankenhaus. Insgesamt kamen nach Recherchen der Gedenkstätte Berliner Mauer und des Zentrums für zeithistorische Forschung Potsdam an der Berliner Mauer mindestens 136 Menschen zu Tode.

Zum Tag des Mauerbaus am 13. August 2009 wurde am Naturschutzturm eine Gedenknische für alle vier jungen Mauertoten eingerichtet, die damals ihr Grundrecht auf Freizügigkeit für sich in Anspruch nehmen wollten. Hier befinden sich originale Mauerstücke und Zaunteile, ein sogenannter "Stalinrasen" (eine Stahlnagelmatte) sowie andere Relikte aus dem dunklen Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte. Kurzbiografien informieren über die Schicksale der jungen Maueropfer.

Für die drei jungen Männer wurden zusätzlich an den Orten der Entdeckung ihrer Flucht Pfähle der Grenzzäune senkrecht aufgestellt. An jedem Pfahl ist eine Infotafel über das Leben und den vergeblichen Fluchtversuch sowie eine DDR-Grenzgebietskarte mit der Lage der Fluchtversuche angebracht. Jeweils vor Ort soll dem Betrachter die Möglichkeit gegeben werden, sich mit diesem schwierigen Spannungsfeld der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen, um es für sich zu bewerten.

Ort des Lebens

Michael Beleites, Mitbegründer der DDR-Umweltbewegung und Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, umschreibt die Idee des Naturschutzturms in seiner Laudatio zur Verleihung des Berliner Naturschutzpreis 2010 an die beiden Initiatoren Helga Garduhn und Marian Przybilla so:

"Was kann es Besseres und Schöneres geben, als so einen Ort des Todes zu verwandeln in einen Ort des Lebens? Dort, wo um einer Ideologie willen junge Menschen eingesperrt und sogar erschossen wurden, lernen heute junge Menschen das Leben zu lieben. Dort, wo Beton und Stacheldraht die Landschaft zerschnitt, haben Sie einen Ort geschaffen, an dem Menschen der Natur in Achtung und Respekt begegnen. […] Mir ist kein Gedenkort an Opfer politischer Gewaltherrschaft bekannt, wo in so radikaler Weise die Gewalt und Gewaltbereitschaft schon an ihren Wurzeln 'behandelt' wird. Wem die 'Ehrfurcht vor dem Leben' zu einer Herzensangelegenheit geworden ist, der wird sich weder für Gewalt gegen Menschen noch für Gewalt gegen die Natur einspannen lassen."

Genau hier wollte die Deutsche Waldjugend etwas Positives für Mensch und Natur schaffen. Es war kein leichtes Unterfangen, den ehemaligen Grenzturm für die Naturschutzarbeit zu sichern. Doch im Übergabeprotokoll vom 25. Juni 1990 beurkundete Major Kuntze von den Grenztruppen der DDR die kostenlose Übergabe von "1 Stck. Führungsstelle […] Garantieleistungen, Ersatzteillieferungen und Instandsetzungen werden durch den Übergebenden nicht gewährt."

Mit der deutschen Einheit mussten dann leider noch viele abenteuerliche Rechtswege zur dauerhaften Sicherung unternommen werden. Am 26. Juni 2010 feiert die Deutsche Waldjugend 20 Jahre Naturschutzturm. Hier wächst auch weiter zusammen, was zusammen gehört. – Weitere Informationen zum Projekt finden sich im Internet unter http://naturschutzturm.de.

Hinweis: Die Printversion in der Info II/2010 wurde gekürzt.

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Initiatoren des Hochzeitshains erhalten Naturschutzpreis

Mit Herzen verzierten die Verwandten von Karen und Markus Thulmann den Baumstamm, der das gerade Anwachsen der Wildkirsche unterstützen soll, die das Brautpaar im Anschluss an ihre standesamtliche Trauung im Hohen Neuendorfer Rathaus im Hochzeitshain pflanzte. Eigentlich ist es mehr ein Familienhain, denn der 30. Hochzeitsbaum ist tatsächlich der 59. Baum im Hain, da auch andere Familienereignisse wie Geburten oder Taufen mit dem Pflanzen eines Baumes gekrönt werden.

Apropos Krönung: Neu ist die Idee des Bräutigamsbaumes wahrlich nicht. Das am 5. März 1686 durch den großen Kurfürsten erlassene Pflanzedikt erlegte unter anderem den Pfarrern in den Domänenämter auf, künftig kein Brautpaar mehr zu trauen, wenn der Bräutigam nicht wenigstens sechs junge Obstbäume gepfropft und sechs junge Eichbäume gepflanzt habe. Mangels Praktikabilität hob Friedrich Wilhelm I. im Jahr 1721 dieses Gesetz wieder auf. Durch ein Edikt vom 19.05.1729 befahl er hingegen das Pflanzen von Obstbäumen, Weiden, Linden, Espen und Ulmen im ganzen Land zu fördern.

In dieser Tradition bewegen sich gänzlich ohne Edikte Hochzeitshain-Initiatoren Marian Przybilla und Helga Garduhn von der Deutschen Waldjugend und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Seit der Wende nehmen sie den Ausspruch des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt sehr wörtlich: "Nun muss zusammenwachsen, was zusammengehört". Im ehemaligen Grenzstreifen pflanzten die beiden Unermüdlichen inzwischen zusammen mit Kindern und Jugendlichen rund um ihren von Grenz- zum Naturschutzturm umgewidmetes Vereinsdomizil rund 80.000 Bäume.

Dafür wurden sie aus den Händen von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer mit dem Berliner Naturschutzpreis 2010 ausgezeichnet. "Sie machen aus einem Ort des Todes auf dem einstigen Grenzstreifen einen Ort des Lebens" würdigte Laudator Michael Beleites, Mitbegründer der DDR-Umweltbewegung das Engagement der beiden Umweltaktivisten. Es gelinge mit diesem Projekt für nachwachsende Generationen diesen Teil deutscher Geschichte wie auch nachhaltiges Umweltengagement nachvollziehbar und erlebbar zu machen.

Mehr Informationen im Internet unter naturschutzturm.de.

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Berliner Naturschutzpreis 2010 für den Naturschutzturm

Am Mittwoch, den 28. April 2010 verleiht die Stiftung Naturschutz Berlin den diesjährigen Berliner Naturschutzpreis an Helga Garduhn und Marian Przybilla für ihr Projekt Naturschutzturm. Es handelt sich um einen ehemaligen Grenzturm zwischen Berlin-Frohnau und dem Hohen Neuendorfer Ortsteil Bergfelde.

Die Preisträger

Helga Garduhn und Marian Przybilla haben in einer Zeit des Umbruchs schnell gehandelt und mit der Übernahme eines ehemaligen Grenzturms ein wichtiges Domizil für die Umweltbildungsarbeit in Berlin aufgebaut. Seit zwanzig Jahren gelingt es ihnen, Kinder und Jugendliche für den Umwelt- und Naturschutz zu begeistern. Für die Erfahrungen, die die jungen Menschen im und am Naturschutzturm sammeln können, gibt es im alltäglichen Leben der Großstadt normalerweise kaum Gelegenheiten. Den Preisträgern ist gelungen, gemeinsam mit Berliner Schülern mehr als 80.000 Bäume in der Umgebung des Turmes zu pflanzen. Darüber hinaus haben sie mit dem Erhalt des Turmes ein Zeichen des Gedenkens an die Deutsche Teilung gesetzt. Sie machen diesen Teil deutscher Geschichte durch Veranstaltungen und Gespräche auch für junge Menschen nachvollziehbar. Es gelingt Helga Garduhn und Marian Przybilla, nicht nur Umweltwissen zu vermitteln, sondern einen Funken der Begeisterung zu entzünden. Nicht selten werden daraus Feuer, die ein Leben lang brennen. Besser kann man Nachwuchsförderung nicht betreiben.

Die Preisübergabe erfolgt durch die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer. Die Senatorin betonte schon im Vorfeld der Preisverleihung die herausragende Bedeutung dieser Naturschutzauszeichnung: "Dieser Preis ist wichtig für Berlin, weil mit ihm herausragendes bürgerschaftliches Engagement gewürdigt wird. Als Berlins größter Naturschutzpreis ehrt er Menschen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben, die dazu beitragen, dass Berlin eine lebendige, eine grüne Metropole im Herzen Europas bleibt." Die Laudatio für die Preisträger hält Michael Beleites, Mitbegründer der DDR-Umweltbewegung und Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

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Die Römerschanze im Königswald

Die sogenannte "Römerschanze" wurde im Volksmund auch "Räuberschanze" oder "Königswall" genannt und wurde vermutlich nie von einem Römer betreten. Sie liegt im Naturschutzgebiet Königswald in der Nähe von Sacrow, einem Ortsteil von Potsdam.

Die bronzezeitliche Befestigungsanlage war in den Jahren 1000 bis 500 v. Chr. besiedelt. Später wurde sie vom 7. bis 12. Jahrhundert n. Chr. als slawische Burg genutzt. Die slawische Siedlung wurde Anfang des 13. Jahrhunderts aufgegeben.

Ein gewaltiger Ringwall ist als Überrest einer imposanten Befestigungsanlage mit einem etwa drei Meter hohen Wall mit einer Ausdehnung von 175 x 123 Metern erhalten geblieben. Das seit 1956 unter strengem Denkmalschutz stehende Bodendenkmal aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit wurde erstmalig 1881 und dann in den Jahren 1908 bis 1910 mit archäologischen Methoden untersucht. Die Freilegung eines bronzezeitlichen Pfostenhauses und die Untersuchung der Wallanlage erbrachten zahlreiche Fundstücke.

Die Befestigungsanlage befindet sich oberhalb des Ufers vom Lehnitzsee auf einer natürlichen Anhöhe. Sie wurde von einem sechs Meter hohen Ringwall in Holz-Erde-Konstruktion umschlossen und konnte von bis zu 1.000 Menschen bewohnt und verteidigt werden. Im Inneren standen Häuser, von denen eines (11,50 x 6,60 Meter) freigelegt werden konnte.

Waldjugend engagiert sich auch im Denkmalschutz

Seit 1990 wird die Römerschanze von Jugendlichen der Deutschen Waldjugend betreut. Die jungen Waldläufer führen regelmäßig Waldpflegearbeiten zum Erhalt der ehemaligen Siedlungsanlage durch, die in ihrem Patenforst Königswald liegt. Diese Aktivitäten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Oberförsterei Potsdam und in Absprache mit dem Brandenburgischen Museum für Ur- und Frühgeschichte. Die Kinder und Jugendlichen aus verschiedenen Bundesländern treffen sich aus diesem Anlass traditionell zu Ostern an der Revierförsterei Krampnitz zu einem Zeltlager.

Auch der Naturschutzturm Berliner Nordrand, ein ehemaliger Wachturm der deutsch-deutschen Grenze, wird von der Deutschen Waldjugend betreut. Er wurde im November 2009 in die Denkmallliste des Landes Brandenburg eingetragen.

Text nach Reinhard Probst – Brandenburgisches Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte, Zeichnungen by G. Krauskopf und F. Dreyer

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Tigerente erkundet den Todesstreifen

TV-Team drehte am Naturschutzturm in Bergfelde

HOHEN NEUENDORF. – Zum vierten Mal erzählt Vereinsvorsitzende Helga Garduhn, dass die Waldjugend den ehemaligen Grenzturm vor 20 Jahren übernommen hat und dass eine Jubiläumsfeier vorbereitet wird. Eine Fernsehkamera ist währenddessen auf sie gerichtet, und 26 Fünftklässler der Sankt-Franziskus-Schule Berlin-Schöneberg hören aufmerksam zu.

Diesmal ist Redakteur Jo Müller mit der Aufnahme rundum zufrieden. Die Kinder stürmen auf das Turmgelände und holen sich ihre Grillwurst sowie ein Getränk ab. Gemeinsam mit Helga Garduhn und Marian Przybilla von der Waldjugend hatten die Fünftklässler gerade den ehemaligen Todesstreifen erkundet. Sie hatten Stellen aufgesucht, an denen junge DDR-Bürger bei ihrer Flucht nach Westberlin erschossen wurden. Den ehemaligen Grenzpfahl, die Gedenktafel. Und sie bekamen einen Eindruck von der Natur, die diesen Streifen längst zurückerobert hat. Leben statt Tod.

Sensation für die Fünftklässler war eine glänzende Blindschleiche, die sich während der Entdeckungstour in den Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit schlängelte. Gespannt lauschten sie den Erklärungen. Die Klasse sei schon öfter am Naturschutzturm gewesen, erzählt Wiktoria Skrypko. Es sei toll, die Natur zu erleben, sagt die Neunjährige.

Den TV-Auftritt im Tigerenten-Club hält Leandra Turan für den Höhepunkt des Ausflugs – natürlich inklusive Autogrammstunde mit den beiden Moderatoren. Ein- bis zweimal jährlich biete die Sankt-Franziskus-Schule einen Projekttag in Bergfelde an, sagt Klassenlehrerin Agnes Prüfer. Das gelte von der ersten bis zur 13. Jahrgangsstufe. Es gehe darum, ein "Bewusstsein für die Berliner Mauer" zu schaffen. Die sei "nicht mehr zu sehen und weit weg", sagt die Lehrerin. Außerdem sei bei einer innerstädtischen Schule auch die Naturerfahrung wichtig.

Genau diese Kombination sowie die Kontakte von Marian Przybilla haben auch das siebenköpfige Fernsehteam nach Bergfelde geführt. "Wir haben hier eine perfekte Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart", sagt Redakteur Jo Müller. Die Herausforderung habe darin bestanden, das Thema "20 Jahre Mauerfall" für Kinder aufzubereiten. Der Turm mit seiner negativen Geschichte und dem positiven Wandel biete sich dafür hervorragend an.

Weitere Stationen für die "Xtra"-Sendung des Tigerenten-Clubs seien das Sandmann-Studio in Babelsberg, ein Trabi-Treffen in Zwickau, ein DDR-Museum in Leipzig und das ehemals geteilte 50-Einwohner-Dorf Mödlareuth gewesen. Am Nachmittag dokumentierten die Fernsehleute die vielfältige Arbeit der Nachwuchsnaturschützer am Turm, darunter die der jungen Imker. Zu ihnen gehören der elfjährige Florian Wenzel und sein jüngerer Bruder Julian. "Wir treffen uns jede Woche freitags", berichtet Florian. Vier eigene Bienenvölker betreue die Gruppe.

Diese Naturschutzarbeit ist zwei Lehrern zu verdanken, moderiert Katharina Gast am Nachmittag auf dem Turmdach in die Kamera. Marian Przybilla erzählt von seiner Arbeit auf der Westseite, Helga Garduhn von ihrer im Osten. Auch das brauchte zwei, drei Anläufe.

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Blumen für die jungen Mauertoten

Neue Informationstafeln / Wanderung zu den Originalschauplätzen

HOHEN NEUENDORF. – Sie alle waren jung. Sehr jung. Marienetta Jirkowsky war 18 Jahre alt, als sie beim vergeblichen Versuch, die 3,50 Meter hohe Mauerkrone zu erklimmen, von einem Kugelhagel regelrecht durchsiebt wurde. Das war am 22. November 1980 in der Florastraße. Wenige Stunden später starb sie im Krankenhaus Hennigsdorf. Gedenkstelen am Originalschauplatz erinnern seit drei Jahren an ihr Schicksal.

Ihre Geschichte war erst Jahre nach dem Mauerfall überhaupt ans Tageslicht gelangt. Das Geheimnis über drei weitere Mauertote im Hohen Neuendorfer Stadtgebiet hatten die Stasi-Akten sogar noch bis vor kurzem bewahrt. An die missglückten Fluchtversuche der jungen Männer – alle drei waren 19 Jahre alt – erinnern am jeweiligen Originalschauplatz seit wenigen Tagen Grenzpfähle mit Informationstafeln. Deren Aufstellung initiierten die Mitglieder des Vereins Deutsche Waldjugend, die seit 1990 in Bergfelde einen ehemaligen Wachturm im Sinne des Naturschutzes nutzen.

Anlässlich des gestrigen Mauerbau-Jubiläums hatte Hohen Neuendorfs Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung (Die Linke) zu einer Wanderung eingeladen. Erste Station war die Stele von Rolf-Dieter Kabelitz. Er war am 7. Januar 1971 angeschossen worden und am 30. Januar an den Folgen gestorben. Der Gedenkort sei schlicht gehalten, aber angemessen und beeindruckend, sagte Hartung. Es sei nicht nur wichtig, die Erinnerung an das Geschehene für die nachfolgenden Generationen wachzuhalten. "Wir müssen es ihnen auch erklären", so der Bürgermeister.

Ein Pfad führte die 20 Mauer-Wanderer zum Gedenkpfahl von Willi Born. Der Volksarmist war bei seiner Flucht am 7. Juli 1970 entdeckt worden und hatte sich daraufhin erschossen. Unweit der Stelle befindet sich ein "Hochzeitswald", angelegt von Brautpaaren.

Der dritte verwitterte Pfahl steht fast schon auf Berliner Seite und erinnert an Joachim Mehr. Er wurde am 3. Dezember 1964 angeschossen, als die Mauer noch gar nicht stand. Als der Verletzte Richtung Westen kriechen wollte, versetzte ihm ein Grenzsoldat den Todesschuss. Das brachte ihm Lob und Beförderung ein, sagte Marian Przybilla von der Waldjugend bitter.

Im Anschluss steuerten die Wanderer die neu eingerichtete Gedenknische auf dem Gelände des Naturschutzturms an. Mauerbrocken säumen die Einfriedung, an der ein stachelbewehrtes Metallgitter als Relikt der Grenzanlage angebracht ist. "Es gibt noch mehr Opfer", sagte hier die Stadtverordnete Jutta Lindner (SPD). Sehr bewegt erinnerte sie an das Leben im Schatten der Mauer und Festgenommene aus ihrem persönlichen Bekanntenkreis.

Letztes Ziel waren die Gedenkstelen an der Florastraße, wo seit wenigen Tagen Pflastersteine den ehemaligen Grenzverlauf markieren.

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